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Porta Palatina

  • monument
  • 4.5
  • Preis: Kostenlos
  • Öffnungszeiten: Rund um die Uhr sichtbar (von außen)
Wegbeschreibung
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Geschichte

Die Porta Palatina wurde im 1. Jahrhundert v. Chr. als nördliches Tor von Augusta Taurinorum errichtet, der römischen Kolonie, aus der später Turin hervorging, und zählt zu den am vollständigsten erhaltenen Stadttoren der gesamten römischen Welt. Die Backsteinfassade wird von zwei sechzehneckigen Türmen mit rund 30 Metern Höhe eingerahmt, zwischen denen vier Torbögen liegen — zwei breitere mittlere für den Fuhrwerksverkehr und zwei schmalere seitliche für Fußgänger —, eine Anordnung, die noch heute die praktische, fast verwaltungstechnische Logik römischer Stadtplanung offenlegt.

Dass das Tor erhalten blieb, ist größtenteils einem geografischen Zufall zu verdanken. Die meisten römischen Stadttore in Italien wurden in mittelalterliche Stadtmauern integriert, überbaut oder im Zuge wachsender Städte und veränderter Verteidigungsbedürfnisse abgerissen, doch die Porta Palatina lag knapp außerhalb der geschrumpften Grenzen des mittelalterlichen Turin und blieb weitgehend unangetastet. Restaurierungen im 19. Jahrhundert entfernten die im Laufe der Jahrhunderte angebauten Ergänzungen und legten das antike Mauerwerk frei, das Besucher heute sehen.

Wussten Sie schon?

Bei genauerem Hinsehen fällt auf, dass die beiden Türme nicht identisch sind: Einer wurde bewusst ohne Zinnenkrone belassen, da die Restauratoren keine verlässlichen Belege für deren ursprüngliches Aussehen hatten, während der andere mit einer für römische Militärarchitektur typischen, rechteckigen Zinnenreihe versehen wurde. Eine kleine, ehrliche Geste, direkt in den Stein gearbeitet — statt einheitlich nach Vermutung zu rekonstruieren, entschieden sich die Restauratoren, den Besuchern zu zeigen, wo gesicherte Geschichte endet und Rekonstruktion beginnt.

Die Porta Palatina wird oft mit der Porta Nigra in Trier verglichen, dem anderen großen erhaltenen römischen Stadttor nördlich der Alpen, doch die Turiner Variante ist die vollständigere von beiden, da sie beide Türme und alle vier ursprünglichen Durchgänge bewahrt hat. Direkt neben dem Tor ist noch ein Stück original römisches Straßenpflaster erhalten, dessen Steinplatten die Furchen zeigen, die Karrenräder vor zweitausend Jahren hinterlassen haben.

Gut zu wissen

Die Porta Palatina lässt sich jederzeit kostenlos besichtigen — es gibt weder Eintritt noch Tore noch Öffnungszeiten, da das Bauwerk und der kleine archäologische Park darum herum offen zur Straße liegen. Der beste Blick bietet sich vom Fußgängerpark am Fuß des Tores, wo Bronzestatuen von Julius Caesar und Augustus, die in den letzten Jahrzehnten hinzugefügt wurden, es erlauben, direkt an Mauerwerk heranzutreten, das mehr als tausend Jahre älter ist als die mittelalterliche Geschichte der Stadt.

Das Tor liegt am Rand von Porta Palazzo, dem größten Freiluftmarkt Europas, und direkt neben dem Quadrilatero Romano, lässt sich also mühelos mit einem Vormittag zwischen den Marktständen oder einem Abend in den Bars des Quadrilatero verbinden — eine eigene Besichtigungszeit braucht es dafür nicht.