Piazza San Carlo
- piazza
- Preis: Kostenlos
- Öffnungszeiten: Rund um die Uhr geöffnet
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Geschichte
Piazza San Carlo wurde ab 1637 im Rahmen von Turins geplanter barocker Stadterweiterung angelegt, entworfen vom Architekten Carlo di Castellamonte als rechteckiger Platz, der auf allen Seiten von einheitlichen, durchgehenden Arkaden gerahmt wird — eine Übung in geometrischer Ordnung, die zum Vorbild für den Rest des Stadtrasters wurde.
In seiner Mitte steht die bronzene Reiterstatue von Herzog Emanuele Filiberto beim Einstecken seines Schwertes, enthüllt 1838 zur Erinnerung an seinen entscheidenden Sieg in der Schlacht von Saint-Quentin 1557, der Savoyen half, Unabhängigkeit und Territorien zurückzugewinnen. Den südlichen Abschluss des Platzes bilden zwei Kirchen, Santa Cristina und San Carlo Borromeo, deren einander angeglichene Fassaden dem Platz seine berühmte Symmetrie verleihen.
Wussten Sie schon?
Diese beiden Kirchen wirken wie ein geborenes Zwillingspaar, sind es aber nicht: San Carlo Borromeo entstand zuerst, im Jahr 1619, während Santa Cristina von 1639 stammt. Erst Jahrzehnte später, zwischen 1715 und 1718, gab der Architekt Filippo Juvarra Santa Cristina ihre kunstvolle, angepasste Fassade — und schuf damit die Illusion von Symmetrie, die Besucher heute bewundern, lange nachdem beide Gebäude bereits standen.
Unter den Arkaden liegen einige der geschichtsträchtigsten Cafés Turins, darunter das Caffè San Carlo und das Caffè Torino. Vor Letzterem ist ein Bronzemosaik eines Stiers in das Pflaster eingelassen — jenes Tier, das Turin Namen und Wappentier zugleich gibt. Der lokalen Überlieferung nach bringt es Glück, mit dem Absatz darauf zu drehen, ein Ritual, das Generationen von Turinern im Vorübergehen noch immer pflegen.
Gut zu wissen
Seit langem als "il salotto di Torino" — das Wohnzimmer der Stadt — bekannt, ist der Platz regelmäßig Schauplatz von Märkten, Open-Air-Konzerten und der städtischen Weihnachtsbeleuchtung, sodass sich sein Charakter je nach Jahreszeit und Tageszeit deutlich verändert.
Zudem ist er schlicht der beste Ort Turins für eine klassische Kaffeepause: Die historischen Cafés unter den Arkaden pflegen bis heute die Aperitivo- und Wermut-Tradition, die die Stadt mitbegründet hat, und die überdachten Gänge machen den Platz auch bei Regen zu einem angenehmen Ort zum Verweilen.