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Königspalast von Turin (Palazzo Reale)

  • palace
  • 4.6
  • Preis: 15 € - 22 €
  • Öffnungszeiten: Di-So 09:00 - 19:00 Uhr; Mo geschlossen
Wegbeschreibung
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Geschichte

Der Bau des Königspalasts begann 1646, als das Haus Savoyen Turin als seinen Machtsitz festigte, und der Palast diente der Familie über zwei Jahrhunderte lang als offizielle Residenz — bis die italienische Einigung 1865 die Hauptstadt an einen anderen Ort verlagerte. Während dieser gesamten Zeit blieb er das politische Herz des savoyischen Staates, erweitert und umgestaltet von aufeinanderfolgenden Herzögen und Königen, wie es ihre wachsenden Ambitionen erforderten.

Von außen verrät das Gebäude fast nichts: eine lange, schlichte Fassade aus grauem Stein, bewusst zurückhaltend im Vergleich zum überschwänglichen Barock, der andernorts in der Stadt entstand. Dahinter entfalten sich die Repräsentationsräume in vergoldeter Pracht — der Thronsaal, ein mit lackierten Paneelen ausgekleidetes Chinesisches Kabinett und die Scherentreppe, die der Architekt Filippo Juvarra in den 1720er-Jahren mit zwei Läufen anlegte, die sich in einem weiten Bogen kreuzen, ohne sich je physisch zu berühren. Die Königliche Rüstkammer beherbergt eine der bedeutendsten Waffen- und Rüstungssammlungen Europas, und die Königliche Bibliothek bewahrt Leonardo da Vincis berühmtes Rötelselbstbildnis. Der Palast, seine Gärten und die umliegenden zeremoniellen Plätze wurden 1997 gemeinsam als Teil der Residenzen des Hauses Savoyen in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen.

Wussten Sie schon?

Der Kontrast zwischen der strengen Außenfassade des Palastes und seinen üppigen Innenräumen war kein Zufall des Budgets, sondern spiegelte wider, wie savoyische Macht wahrgenommen werden sollte. Die schlichte Fassade wandte sich mit Zurückhaltung und Kontrolle an die Stadt und die breite Öffentlichkeit, während die volle Zurschaustellung von Reichtum und Geschmack denjenigen vorbehalten war, die tatsächlich Einlass fanden — Höflingen, Diplomaten oder geschätzten Gästen.

Juvarras Scherentreppe ist ebenso eine ingenieurstechnische wie eine dekorative Meisterleistung: Ihre beiden Läufe steigen im selben Treppenhaus in einem gespiegelten Schwung empor, kreuzen sich optisch, ohne sich je konstruktiv zu berühren — ein Steinwerk, das bis heute Architekten und Ingenieure anzieht, die verstehen wollen, wie es sich trägt. Im Obergeschoss ist Leonardos Selbstbildnis in der Königlichen Bibliothek eines von nur einer Handvoll erhaltener Porträts, die als eigenhändige Werke des Künstlers gelten; die empfindliche Rötelzeichnung wird deshalb nur selten und unter sorgfältig kontrolliertem Licht gezeigt.

Gut zu wissen

Der Königspalast ist montags geschlossen, und seine zentrale Lage an der Piazza Castello macht es leicht, ihn mit einem Besuch des benachbarten Palazzo Madama und einem Spaziergang über den Platz selbst zu verbinden. Planen Sie mehr Zeit ein, als Sie vielleicht erwarten — zwischen den Repräsentationsräumen, der Rüstkammer und der Bibliothek gibt es einiges zu sehen.

Da Leonardos Selbstbildnis aus konservatorischen Gründen nur zeitweise gezeigt wird, sollten Sie sich vorab informieren, falls es Ihnen speziell um dieses Werk geht, statt einfach davon auszugehen, dass es ausgestellt ist.