Palazzo Madama
- palace
- art-museum
- Preis: 10 € - 13 €
- Öffnungszeiten: Mi-Mo 10:00 - 18:00 Uhr; Di geschlossen
Geschichte
Kaum ein Gebäude irgendwo vereint so viel Geschichte auf einem einzigen Grundriss wie der Palazzo Madama. Der Ort begann als eines der vier Stadttore von Augusta Taurinorum, der römischen Kolonie, aus der Turin hervorging, bevor die Familie Acaja ihn in den 1270er-Jahren zu einer richtigen mittelalterlichen Burg ausbaute, komplett mit Ecktürmen, die bis heute stehen. Jahrhunderte später wurde er zur Residenz zweier königlicher Regentinnen, die beide den Titel Madama Reale trugen — Christine von Frankreich und nach ihr Marie Jeanne Baptiste von Savoyen-Nemours —, nach denen der Palast benannt ist.
1718 wurde der Architekt Filippo Juvarra beauftragt, die alternde Burg zu modernisieren, und statt sie vollständig neu zu bauen, setzte er ihrer Vorderseite, die zur heutigen Piazza Castello weist, eine strahlend weiße Barockfassade samt prunkvoller Freitreppe vor. Die mittelalterlichen Türme an der Rückseite ließ er vollkommen unangetastet, sodass dasselbe Gebäude je nach Anfahrtsseite zwei völlig unterschiedliche Gesichter zeigt — ein Kontrast, der aus der Vogelperspektive am deutlichsten wird.
Wussten Sie schon?
Aus der Luft betrachtet wirkt der Palazzo Madama fast wie zwei aneinandergefügte, getrennte Gebäude: eine makellos weiße Palastfront des 18. Jahrhunderts vorne und dahinter eine gedrungene mittelalterliche Festung mit runden Türmen, verbunden an der Nahtstelle, ohne jeden Versuch, den Unterschied zu kaschieren. Das war kein Versehen — Juvarras Auftrag lautete, der Burg eine Fassade zu geben, die der Piazza davor würdig war; die Rückseite, außerhalb des öffentlichen Blicks, brauchte schlicht keine.
Im Inneren bewahrt das Museum für Alte Kunst mehr als 70.000 Objekte, die vom frühen Mittelalter bis zum Barock reichen — von illuminierten Handschriften und Keramik bis zu Gemälden und angewandter Kunst — und macht die Sammlung fast so vielschichtig wie das Gebäude, das sie beherbergt. Der Aufstieg auf den mittelalterlichen Turm belohnt Besucher mit einem seltenen erhöhten Blick, der direkt die Piazza Castello entlangreicht.
Gut zu wissen
Anders als die meisten Museen in Turin, die üblicherweise montags schließen, hat der Palazzo Madama stattdessen dienstags geschlossen — das lohnt sich, vorab zu prüfen, bevor Sie Ihre Museumsroute für die Woche planen. Er steht direkt am Kopf der Piazza Castello, im historischen Herzen Turins, und lässt sich daher problemlos mit einem Abstecher zum nahen Königspalast verbinden.
Nehmen Sie sich genug Zeit, um sowohl die barocke Freitreppe und Fassade als auch die mittelalterlichen Türme an der Rückseite zu betrachten, denn gerade der Kontrast zwischen beiden macht den Besuch hier besonders lohnend.