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MAUTO — Nationales Automobilmuseum

  • museum
  • 4.6
  • Preis: 12 € - 15 €
  • Öffnungszeiten: Di-Fr 10:00 - 18:00 Uhr, Sa-So 10:00 - 19:00 Uhr; Mo geschlossen
Wegbeschreibung
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Geschichte

Turin war in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts gewissermaßen das Detroit Italiens – die Stadt, in der Fiat, Lancia und eine ganze Reihe kleinerer Karosseriebauer und Zulieferer das Automobil von einer Kuriosität zum Massenprodukt machten. Vor diesem Hintergrund gründeten der Ingenieur Cesare Goria Gatti und der Sammler Carlo Biscaretti di Ruffia 1932 das Nationale Automobilmuseum und trugen Fahrzeuge zusammen, die die Geschichte einer Industrie erzählten, die die Stadt selbst mit erfunden hatte.

In den folgenden Jahrzehnten wuchs die Sammlung zu einem der historisch bedeutendsten Automobilbestände weltweit heran und zeichnet mehr als eineinhalb Jahrhunderte Motorisierungsgeschichte nach – von Experimenten aus der Zeit der Pferdekutschen bis zur modernen Formel 1. Das älteste Exponat, eine 1854 von Virginio Bordino gebaute Dampfkutsche, stammt sogar aus der Zeit vor der Erfindung des Verbrennungsmotors und zählt zu den ältesten erhaltenen selbstfahrenden Fahrzeugen der Welt.

Wussten Sie schon?

Neben Bordinos Dampfkutsche reicht die Sammlung von Bugattis, Ferraris und anderen von Karosseriebauern gefertigten Raritäten bis zu den wenig glamourösen Alltagsfahrzeugen, die das Nachkriegsitalien tatsächlich motorisierten – allen voran der Fiat 500. Das zeigt, dass dem Museum das kulturelle Gewicht eines Fahrzeugs genauso wichtig ist wie sein Glanz oder seine Geschwindigkeit.

Carlo Biscaretti di Ruffia, einer der Museumsgründer, war weit mehr als nur ein Sammler: Er arbeitete als Illustrator, Industriedesigner und Motorjournalist und schuf in den 1920er- und 1930er-Jahren Plakate und Illustrationen für die italienische Automobilindustrie. Dieses Gespür für Design zeigt sich bis heute im Museum, das seinen Namen trägt – eines der wenigen Automobilmuseen weltweit, das sich ebenso für Gestaltung und Vermarktung von Fahrzeugen interessiert wie für ihre technischen Leistungen.

Gut zu wissen

Das Museum ist montags geschlossen, und es lohnt sich, mindestens zwei Stunden für den Besuch einzuplanen, da die Sammlung seit der Renovierung von 2011 auf mehrere thematische Stockwerke verteilt ist statt auf einen einzigen, in zwanzig Minuten zu durchquerenden Saal. Interaktive Stationen und immersive audiovisuelle Räume entlang des Rundgangs richten sich ebenso an gelegentliche Besucher wie an eingefleischte Autofans und begeistern deshalb auch Menschen, die sich selbst nicht als autoverrückt bezeichnen würden.

Das MAUTO liegt etwas südlich der Altstadt, nahe dem Lingotto-Viertel, das eng mit der Industriegeschichte von Fiat verbunden ist, und ist von der Turiner Innenstadt aus bequem mit der Straßenbahn zu erreichen. Ein Besuch lässt sich gut mit dem nahegelegenen Lingotto-Gebäude verbinden – der ehemaligen Fiat-Fabrik, berühmt für ihre Teststrecke auf dem Dach – für eine geballte Dosis der Turiner Motorgeschichte.