Teatro Regio
- theatre
- Preis: 20 € - 120 € (Vorstellungen); 8 € Führung
- Öffnungszeiten: Führungen Sa 15:00 und 16:30 Uhr, So 11:00 Uhr (saisonal)
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Geschichte
Das ursprüngliche Teatro Regio eröffnete 1740 und war für seine Zeit eines der größten und technisch fortschrittlichsten Theater Europas — eine Bühne bedeutend genug, um im Februar 1896 die Welturaufführung von Puccinis La Bohème zu beherbergen, inszeniert unter der persönlichen Aufsicht des Komponisten. Jener Abend zählt bis heute zu den prägenden Momenten der italienischen Operngeschichte, obwohl die Kritik damals bekanntlich verhaltener reagierte, als der spätere, anhaltende Erfolg der Oper vermuten ließe.
Ein verheerender Brand zerstörte 1936 das Innere des Theaters, und der Wiederaufbau zog sich über Jahrzehnte hin, bis Architekt Carlo Mollino 1973 einen radikal modernen Neubau vollendete. Mollino verzichtete vollständig auf den klassischen hufeisenförmigen Zuschauerraum zugunsten einer durchgehenden, muschelartigen Sitzreihenlandschaft in Rot ohne herkömmlichen Proszeniumsbogen, überspannt von einer geschwungenen, aus Aluminiumrohren gefertigten Zwischendecke — eines der kühnsten Theaterinterieurs, die im Italien des 20. Jahrhunderts entstanden.
Wussten Sie schon?
Trotz des verheerenden Brands von 1936 blieben die neoklassizistische Fassade und der Säuleneingang an der Piazza Castello weitgehend unversehrt, sodass das Gebäude Besuchern zwei völlig verschiedene Gesichter zeigt: ein würdevolles Äußeres aus dem 18. Jahrhundert, das zu einem der radikalsten modernen Zuschauerräume der europäischen Opernwelt führt.
Mollino war ebenso Designer und Fotograf wie Architekt, und er verstand den Zuschauerraum weniger als klassisches Theater denn als ein einziges skulpturales Objekt — die Aluminiumrohr-Decke und die muschelförmige Sitzlandschaft wurden so konstruiert, dass sie als eine durchgehende Form wirken, ein für ein wiederaufgebautes öffentliches Opernhaus seiner Zeit ungewöhnliches Maß an gestalterischem Ehrgeiz.
Gut zu wissen
Geführte Besichtigungen folgen einem begrenzten saisonalen Zeitplan — samstags um 15:00 und 16:30 Uhr, sonntags um 11:00 Uhr —, prüfen Sie also am besten vorab die aktuelle Verfügbarkeit und buchen Sie im Voraus, statt darauf zu hoffen, spontan an einer Führung teilnehmen zu können; Führungen finden nicht täglich statt.
Passen die Führungszeiten nicht zu Ihrem Aufenthalt, ist der Besuch einer echten Opern-, Ballett- oder Konzertaufführung wohl ohnehin die bessere Art, Mollinos Zuschauerraum zu erleben, da die muschelförmige Bestuhlung und die Beleuchtung darauf ausgelegt sind, gefüllt und in Betrieb gesehen zu werden — nicht bei einem Rundgang durch den leeren Saal.