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Palazzina di Caccia di Stupinigi

  • palace
  • 4.6
  • Preis: 12 € - 14 €
  • Öffnungszeiten: Di-So 10:00 - 17:30 Uhr; Mo geschlossen
Wegbeschreibung
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Geschichte

Als König Vittorio Amedeo II. 1729 Filippo Juvarra beauftragte, außerhalb der Stadt ein neues Jagdschloss zu entwerfen, bekam er etwas weit Ausgefalleneres und Ambitionierteres als ein gewöhnliches Landgut. Juvarra legte das Gebäude sternförmig an, mit vier langen Flügeln, die von einem hoch aufragenden ovalen zentralen Saal ausgehen, und krönte dessen Kuppel mit einem bronzenen Hirsch, der über die flache Landschaft südwestlich von Turin kilometerweit zu sehen ist. Außerhalb der Mauern wurden Alleen im selben fächerförmigen Muster durch den umliegenden Wald geschlagen, damit das Wild bei der Jagd aus allen Richtungen zur Mitte hin getrieben werden konnte.

Die Innenräume wurden in einem leichteren, verspielteren Rokoko-Stil ausgestattet, als das Haus Savoyen ihn anderswo je verwendet hatte, mit Fresken zu Jagdthemen und Ausstattung führender piemontesischer und venezianischer Künstler der Zeit. Auch die spätere Geschichte des Schlosses ist bemerkenswert: Napoleon wohnte hier 1805 während der Neuordnung Piemonts, und 1946, in den letzten Wochen vor der Abschaffung der Monarchie, unterzeichnete der letzte König Italiens, Umberto II., genau in diesen Räumen die abschließenden Dokumente seiner kurzen Regentschaft. Zusammen mit den übrigen Residenzen des Hauses Savoyen rund um Turin steht Stupinigi heute auf der UNESCO-Welterbeliste.

Wussten Sie schon?

Der Hirsch, der die Kuppel krönt, ist keine bloße Verzierung, sondern das Wappentier des Gebäudes selbst — 1766 vom Turiner Bildhauer Francesco Ladatte aus Bronze, Kupfer und Vergoldung gegossen. Aus Sicherheitsgründen wurde das wetterbeschädigte Original 1992 abgenommen und durch eine moderne Kopie ersetzt; Ladattes Hirsch steht heute im Inneren der Palazzina, wo man ihn aus nächster Nähe betrachten kann, wie es hoch oben auf der 30 Meter hohen Kuppel nie möglich war.

Der Alleenfächer, der vom Gebäude ausstrahlt, war keine bloße Gartengestaltung, sondern regelrechte Jagdinfrastruktur. Treiber und Hunde trieben Hirsche und anderes Wild entlang dieser langen, geraden Sichtachsen auf das Schloss zu und verschafften dem Hof so einen klaren Schuss, sobald die Tiere sich der Mitte näherten. Heute bilden dieselben Alleen einen öffentlichen Park mit Fuß- und Radwegen, der für einen ganz anderen Ausflugszweck genutzt wird.

Gut zu wissen

Stupinigi liegt deutlich außerhalb des Turiner Zentrums, etwa 10 Kilometer südwestlich der Stadt, weshalb sich ein halber Tag dafür besser eignet als ein kurzer Zwischenstopp — planen Sie Zeit für die An- und Rückfahrt mit Auto oder Bus zusätzlich zur eigentlichen Besichtigung ein. Die Palazzina ist montags geschlossen.

Ein einziges Ticket deckt in der Regel sowohl die möblierten königlichen Repräsentationsräume als auch das im Gebäude untergebrachte Museum für historische Möbel und angewandte Kunst ab, weshalb Sie für den Innenbereich mehr Zeit einplanen sollten, als es die kompakte Fassade vermuten lässt. Bei gutem Wetter lässt sich der Besuch gut mit einem Spaziergang oder einer Radtour entlang der alten Jagdalleen im umliegenden Park verbinden.