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Mole Antonelliana & Nationales Kinomuseum

  • museum
  • viewpoint
  • 4.7
  • Preis: 9 € - 15 €
  • Öffnungszeiten: Museum 09:00 - 19:00 Uhr (Di geschlossen); Panoramaaufzug täglich 09:00 - 20:00 Uhr
Wegbeschreibung
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Geschichte

Im Jahr 1863 beauftragte die jüdische Gemeinde Turins den Architekten Alessandro Antonelli mit dem Bau einer neuen Synagoge – ein Projekt, das erst durch die kurz zuvor erfolgte rechtliche Gleichstellung der italienischen Juden möglich geworden war. Antonelli konnte der Versuchung des Grandiosen jedoch nicht widerstehen: Mit jeder Überarbeitung wuchsen Höhe und Kosten des Entwurfs weit über das hinaus, was die Gemeinde genehmigt hatte oder sich noch leisten konnte. In den 1870er-Jahren zog sich die Gemeinde schließlich ganz aus dem Projekt zurück, da sie den immer monumentaleren Bau nicht mehr finanzieren konnte.

Die Stadt Turin übernahm daraufhin den Bau, und Antonelli baute fast zwei weitere Jahrzehnte lang weiter, stets auf der Suche nach einer noch schlankeren, höher aufragenden Silhouette. 1889, vier Jahre nach seinem Tod, war die Mole fertiggestellt und erreichte eine Höhe von 167,5 Metern – über Generationen hinweg das höchste Backsteingebäude Europas. Statt die Spitze mit einem religiösen Symbol zu krönen, setzten die Stadtoberen dort schlicht einen Stern auf und verwandelten das einst als Gotteshaus geplante Gebäude in ein weltliches Denkmal der italienischen Einheit.

Wussten Sie schon?

Seit dem Jahr 2000 beherbergt die riesige zentrale Halle der Mole – ein Kuppelraum, hoch genug, um ein zehnstöckiges Gebäude aufzunehmen – das Nationale Filmmuseum, eines der eindrucksvollsten Filmmuseen der Welt. Ausstellungen am Fuß des Hauptschiffs erzählen die Geschichte der bewegten Bilder von der Laterna magica und dem Schattentheater bis zum goldenen Zeitalter Hollywoods, während Besucher auf schräg gestellten Liegesesseln quer über den Tempelboden verteilt Filmausschnitte betrachten können, die hoch oben auf die Kuppel projiziert werden.

Das Gebäude ist in ganz Italien sofort wiedererkennbar: Es ziert die nationale Seite der italienischen 2-Cent-Münze und gilt vielfach als das höchste Museum der Welt. Ein 1961 eingebauter gläserner Panoramaaufzug gleitet direkt durch den offenen Raum des Hauptschiffs zu einer Aussichtsplattform nahe dem Fuß der Turmspitze, von der an klaren Tagen die Alpen zu sehen sind – eine Fahrt, die fast so aufregend ist wie die Aussicht selbst.

Gut zu wissen

Panoramaaufzug und Museum lassen sich zusammen oder getrennt besuchen; in der Hochsaison lohnt es sich, das Kombiticket vorab online zu buchen, da sich die Warteschlangen für den Aufzug besonders bei Sonnenuntergang schnell bilden. Die Museumsräume winden sich spiralförmig um das Hauptschiff nach oben, daher sollte man mindestens neunzig Minuten für die Sammlung einplanen, bevor man zur Aussichtsplattform hinauffährt.

Klare Tage, besonders nach Regen, bieten in der Regel die beste Sicht auf die Alpen, und das späte Nachmittagslicht eignet sich besonders gut für Fotos der Skyline von der Plattform aus. Die Mole liegt nur wenige Gehminuten von der Piazza Castello und dem Ägyptischen Museum entfernt und lässt sich so problemlos in einen Vormittag oder Nachmittag in der Altstadt einbauen.