GAM — Städtische Galerie für moderne und zeitgenössische Kunst
- art-museum
- Preis: 10 € - 12 €
- Öffnungszeiten: Di-So 10:00 - 18:00 Uhr; Mo geschlossen
Geschichte
Die städtische Galerie Turins geht auf eine 1863 gegründete Ausstellungsgesellschaft zurück und zählt damit zu Italiens ältesten öffentlichen Sammlungen moderner Kunst — Jahrzehnte bevor die meisten italienischen Städte überhaupt einen eigenen Raum für zeitgenössische Kunst hatten. Die Sammlung zog im folgenden Jahrhundert mehrfach um, bevor sie 1959 in ihrem heutigen, eigens für moderne Kunst errichteten rationalistischen Gebäude an der Via Magenta ihren endgültigen Platz fand — zu einer Zeit, als die meisten Museen moderne Kunst noch als Nebensache in umgebaute Palazzi quetschten.
Dieses frühe, bewusste Bekenntnis zu moderner und zeitgenössischer Kunst prägt die Sammlung bis heute: Statt an einem festen historischen Punkt stehenzubleiben, erwirbt die GAM bis in die Gegenwart hinein weiter Werke und besitzt damit eine der tatsächlich durchgängigsten, ununterbrochenen Sammlungen italienischer Kunst vom 19. Jahrhundert bis heute im ganzen Land.
Wussten Sie schon?
Die Dauerausstellung verläuft chronologisch von der piemontesischen Landschaftsmalerei des 19. Jahrhunderts und den Divisionisten über den Futurismus bis hin zur Arte Povera — einer radikalen, materialgetriebenen Bewegung, die maßgeblich in Turin selbst Ende der 1960er-Jahre entstand, wodurch dieses Kapitel für das Museum ebenso sehr Lokalgeschichte wie internationale Kunstgeschichte ist. Spätere Säle führen die Erzählung bis zur zeitgenössischen Fotografie, Video- und Installationskunst weiter.
Neben italienischen Künstlern umfasst die Sammlung auch internationale Namen wie Chagall, Modigliani und Warhol, und das Museum unterhält eine eigene Forschungsbibliothek sowie ein Foto- und Videoarchiv — eine aktiv genutzte wissenschaftliche Ressource, nicht nur eine Abfolge von Sälen, die unterstreicht, dass die GAM ein lebendiges Zentrum zeitgenössischer Kunstforschung ist und keine statische Präsentation abgeschlossener Geschichte.
Gut zu wissen
Die GAM ist montags geschlossen und deutlich ruhiger als Turins Zugpferd, das Ägyptische Museum, obwohl ihre Sammlung von vergleichbarem Rang ist — eine gute Option für alle, die Weltklasse-Kunst ohne Warteschlangen erleben möchten. Die Via Magenta liegt nur einen kurzen Spaziergang vom Stadtzentrum entfernt, gut kombinierbar mit einem ausgedehnteren Galerien-Nachmittag.
Da die Sammlung bis in die Gegenwart reicht, lohnt es sich, vor dem Besuch zu prüfen, welche Sonderausstellungen gerade laufen, da diese häufig in den neueren Sälen des Museums neben der chronologischen Dauerausstellung wechseln.